B 4.4 Bilder als Metaphern

4.4 Bilder als Metaphern

Der Metapherngebrauch spielt sich zunehmend auch im bildlichen Rahmen ab, indem durch eine Bildszene – analog zu einer textlichen Metapher – eine übertragene Bedeutung zu der Vorstellung eines Sachverhalts oder Begriffs führen soll. Dem entsprechen die Ausführungen über „Bildliche Analogien“ von Issing (1994) in Kap. 4.2., wonach durch bildliche Darstellungen von einem direkt beobachtbaren und dem Betrachter sehr gut vertrauten Sachverhalt dessen Strukturen, Relationen, Funktionen oder Prozesse als Analogie vermittelt werden, die vielleicht gar nicht oder nur schwer unmittelbar textlich oder bildlich zugänglich sind. Der Metapherngebrauch spielt sich auch im bildlichen Rahmen ab, indem durch eine Bildszene eine übertragene Bedeutung zu der Vorstellung eines Sachverhalts oder Begriffs führt.
Die Begriffe „Analogien“ und „Ähnlichkeiten“ für bildliche Metaphern werden in vielen Bereichen verwendet, wie etwa in der Philosophie, den Sprachwissenschaften, der Biologie, den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Systemtheorie. Issing führt in diesem Zusammenhang die Formalisierung oder Verallgemeinerung einer „analogen Beziehung“ nach Klix et al. (1980) an. Danach müssen jeweils Argumente (Merkmale) in einem Ausgangssystem (ai, a’i) und einem Zielsystem (bi, b‘i) durch Relationen (Ri, Si) definiert sein, denen bestimmte Eigenschaften zukommen (Ri (ai, a‘i) ↔ Si (bi, b‘i)). Der Grad der „Ähnlichkeit“ zwischen Ausgangs- und Zielsystem kann dann durch die Anzahl identischer Eigenschaften der Relationen bestimmt werden. Dieser verkürzt dargestellte Formalismus zeigt, dass eine solche formale Bewertung vor allem sinnvoller ist, wenn die relevanten bildlichen oder gedanklichen Merkmale und Relationen von Szenen definiert werden können. Dies kann für bildliche Analogien gelten, aber z.B. auch für kartographische Abbildungen, zu denen über den Grad der Ähnlichkeit (Übereinstimmung) zwischen abgebildeter Realität und der Struktur abbildender Karten als „Isomorphie“ oder „Homomorphie“ diskutiert wird (vgl. Pravda 1984; Koch 2001d). In vielen Bereichen werden die Begriffe „Analogie“ und „Ähnlichkeit“ für bildliche Metaphern verwendet.

Der Grad der „Ähnlichkeit“  kann durch die Anzahl identischer Eigenschaften der Relationen bestimmt werden. Dies hängt davon ab, ob die relevanten bildlichen oder gedanklichen Merkmale und Relationen einer Szene nachvollziehbar definiert werden können.

Es lassen sich bei bildlichen Analogien oder Metaphern verschiedene Arten von Ähnlichkeiten zwischen einem Ausgangssystem, als Bildszene, die zur Wissensbildung angeboten wird und einem Zielsystem, als gedanklicher Zusammenhang der verstanden werden soll, unterscheiden. Danach kann von einer „funktionalen Analogie“ gesprochen werden, wenn die Funktionen von Elementen in einem Ausgangssystem mit dem von einem Zielsystem Ähnlichkeiten aufweisen. Bekanntes Beispiel (nach C.E. Shannon) sind die „Funktionen der Arbeit an einem Fließband“ im Vergleich und zur Erklärung der Funktionen von „Sender, Kanal und Empfänger in einem Informationsprozess“ (vgl. Issing, 1994, S.158). Von einer „strukturellen Analogie“ kann gesprochen werden, wenn die Anordnungen im Ausgangs- und Zielsystem Ähnlichkeiten aufweisen. Beispielhaft werden der als bekannt vermutete „Aufbau des Sonnensystems“ in Analogie zu der zu erklärenden komplizierteren Struktur eines „Atommodells“ genannt. Die Beispiele zeigen, dass funktionale und strukturelle Ähnlichkeiten alternativ oder in Kombination interpretiert werden können, so dass es entscheidend ist, in welcher deutlichen Form die jeweiligen Funktionen in der bildliche Szene dargestellt sind bzw. welche Funktionen für das gedankliche Zielsystem gemeint sind. Zusätzlich wird deutlich, dass für analogische Vergleiche häufig ein erheblicher gedanklicher Aufwand vorausgesetzt wird und daher abgeschätzt werden muss, ob dieser Aufwand in einem sinnvollen Verhältnis zu sich daraus ergebender Informationsübertragung und gewonnen Wissen steht. Es lassen sich bei bildlichen Analogien oder Metaphern verschiedene Arten von Ähnlichkeiten zwischen einem Ausgangssystem, als Bildszene, die zur Wissensbildung angeboten wird und einem Zielsystem, als gedanklicher Zusammenhang der verstanden werden soll, unterscheiden.

Es kann von einer „funktionalen Analogie“ gesprochen werden, wenn die Funktionen von Elementen in einem Ausgangssystem mit dem von einem Zielsystem Ähnlichkeiten aufweisen. Von einer „strukturellen Analogie“ kann gesprochen werden, wenn die Anordnungen im Ausgangs- und Zielsystem Ähnlichkeiten aufweisen.

Bildliche Metaphern unterliegen im Wesentlichen den gleichen repräsentativen Bedingungen wie allgemeine Bildszenen: Repräsentative Merkmale müssen entdeckt, isoliert und in ihrer Bedeutung zu einem Gesamtkonzept verknüpft werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass bestimmten Merkmalen eine zentrale Wirkung zukommt, indem sie, entsprechend dem, was für textliche Metaphern als „Fokus“ beschrieben wird, die konzeptuelle Bedeutung der Metapher dominieren. Bei Texten kann allerdings ein „Fokusort“ zur Bildung einer Aussage durch explizit in einem Satz angelegte „Fokuspartikel“ (vgl. Kap. 4.3.7) bzw. generell durch seine grammatikalische und semantische Struktur relativ sicher identifiziert werden und zur Modellierung der Metaphernbedeutung verwendet werden. In bildlichen Szenen fehlen in der Regel diese konventionellen Regeln, so dass eine Identifizierung unsicherer ist. Außerdem muss im Unterschied zu Bildern besonders dieser „bildliche Fokus“ mit dem Bedeutungszentrum des metaphorisierten Sachverhalts Ähnlichkeiten aufweisen. Von einem Merkmal einer Metapher geht eine zentrale Wirkung aus, wenn, entsprechend dem, was für textliche Metaphern als „Fokus“ beschrieben wird, die konzeptuelle Bedeutung der Metapher dominiert.

Ein „Fokusort“ kann durch „Fokuspartikel“  sicherer identifiziert werden.

Bei der sprachlichen und bildlichen Metaphernbildung wird häufig von vergleichbaren Bedingungen ausgegangen. Sibille Krämer (1990) hat für die sprachliche Form darauf hingewiesen, dass bei Metaphern eine „Anzeichenfunktion“ und eine „Symbolfunktionen“ zur Wirkung kommen. Mit der Anzeichenfunktion wird mit einer Metapher beispielhaft auf die Bedeutung von dargestellten Gegenständen und Vorgängen selbst verwiesen, um mit Hilfe ihrer anschaulichen Zeichen bzw. “Sinnbildern“ metaphorisierende Eigenschaften aufzudecken, was auch prinzipiell für bildliche Metaphern gilt. Dieses sei der eigentliche „schöpferische Akt, der mit der Interpretation einer Metapher verbunden ist“ (S. 65). Bei der Symbolfunktion von Metaphern erfolgt dagegen eine konventionalisierte Transformation von etwas „Visuellem“, das nicht als Sachverhalt relevant sein muss, in Sinnbilder, also in vorstellbare Sachverhalte und Gegenstände, die der Struktur des zu metaphorisierten Sachverhalts ähneln. Die Transformation ist allerdings nur dann möglich, wenn beim Rezipienten bekannt ist, wie die bildliche Metapher symbolisch mit der sinnbildlichen Zielbedeutung verknüpft werden kann. Bei der sprachlichen Form von Metaphern kommen eine „Anzeichenfunktion“ und eine „Symbolfunktionen“ zur Wirkung.

Mit der Anzeichenfunktion wird  beispielhaft auf die Bedeutung von dargestellten Gegenständen und Vorgängen verwiesen. Mit der Symbolfunktion erfolgt eine konventionalisierte Transformation von einem nicht relevanten Sachverhalt in vorstellbare Sachverhalte und Gegenstände, die der Struktur des zu metaphorisierten Sachverhalts ähneln.

4.4.1 Metaphorische Bildzeichen

Aus der bildlichen Praxis lässt sich schon seit langem ein Gebrauch von einerseits bildlichen Zeichen („Bildzeichen“), häufig als hochabstrakte Kleinstbilder und andererseits „Bildszenen“ mit in der Regel komplexem Bildaufbau und heterogenen Inhalten feststellen. Bildzeichen kommen mit unterschiedlichen Bezeichnungen in verschiedenen medialen Gebieten zur Anwendung. Ohne dass hier auf ihren zeichentheoretischen und sprachtheoretischen Hintergrund im Einzelnen eingegangen werden soll, können besonders folgende Formen von Bildzeichen unterschieden werden (vgl. auch Teil A Kap.4.1.2.1): Aus der bildlichen Praxis lassen sich „Bildzeichen“ als abstrakte Kleinstbilder und „Bildszenen“ mit komplexerem Bildaufbau und vielseitigeren Inhalten unterscheiden.
  • Ikonisches Zeichen, ikonographisches Zeichen, Piktogramm, Icon als abstrahiertes Bildzeichen von Objektelementen oder einer Objektszene, die als graphisches Element oder Merkmal einer Klasse oder einem Sachverhalt ähneln bzw. zugehören (z.B. Trinkglas = „Ausflugslokal“);
  • Indexikalisches Zeichen, Index als bildliches Zeichen, das über eine physisch hinweisenden Beziehung zu dem Bezeichneten verfügt (z.B. Pfeil = „dort, dorthin“);
  • Symbolisches Zeichen, bildliches Symbol als ein abgebildetes Element oder als ein Sachverhalt, der in einer konventionellen, aber keiner unmittelbar nachvollziehbaren Beziehung zur repräsentierten, meist abstrakten Bedeutung des Zeichen steht ( z.B. Taube = „Frieden“);
  • Allegorie als Bildzeichen, bei dem eine realistische Abbildung eines Merkmals oder einer Personifizierung aufgrund von visuellen oder charakterlichen Ähnlichkeiten für einen abstrakten Sachverhalt (Person) steht. (z.B. Frauenbild der Justitia = „Gerechtigkeit“).
Es können folgende Formen von Bildzeichen unterschieden werden:
Diese Differenzierung ergibt sich aus einer mehr angewandten Sicht des Zeichengebrauchs. Bei sämtlichen Zeichenformen können neben den definierten Bildstrukturen jeweils arbiträre, symbolische, indexikalische und ikonische Abbildungskriterien eine Rolle spielen. Insgesamt kommt ihnen allen in der Regel dann ein metaphorischer Aspekt zu, wenn zu ihrer Deutung auf Elemente verwandter Sachverhaltsbereiche zurückgegriffen werden muss. Insgesamt kommt Bildzeichen in der Regel ein metaphorischer Aspekt zu, wenn zu ihrer Deutung auf Elemente verwandter Sachverhaltsbereiche zurückgegriffen werden muss.
Bei einem ikonischen Zeichen kann beispielweise das Aufrissbild eines Pferdekopfs die Bedeutung „Reitanlage“ oder eine Theatermaske die Bedeutung „kulturelle Einrichtung“ repräsentieren (vgl. Bollmann 1977, S. 34ff). Es wird also visuell-gedanklich aus einem bildlichen Metaphernelement  metaphorisch ein Sachverhalt abgeleitet, bei dem das bildliche Element quasi als „Fokus“ oder als „Prototyp“ fungiert (vgl. Kap 4.2.2.6). Ikonographische Zeichenformen bilden im obigen Zusammenhang eine Ausnahme, da sich ihre optischen Merkmale und ihre Bedeutungen auf ein „Individualobjekt“, also auf einen tatsächlich existenten Gegenstand oder Sachverhalt beziehen („Brandenburger Tor“) und nicht auf Merkmale einer abstrakten Objektklasse (Tor“). Die Bedeutung eines ikonographischen Zeichens wird in der Praxis durch ein möglichst gering abstrahiertes Aufrissbild repräsentiert, das aufgrund seiner unmittelbaren visuellen Übereinstimmung mit dem abgebildeten Gegenstand einen geringeren Grad an Metaphorik aufweist. Insgesamt sind metaphorische Bildzeichen in der Regel deutlich visuell wahrnehmbar, erfordern aber zu ihrer metaphorischen Deutung entsprechend konventionell geprägtes Wissen. Bei Ikonischen Zeichen muss visuell-gedanklich aus einem bildlichen Metaphernelement beispielhaft ein metaphorischer Sachverhalt abgeleitet werden, für den das Metaphernelement als „Prototyp“ fungiert.

Bei Ikonographischen Zeichen werden „tatsächlich existierende“ und nicht „beispielhafte“ optische Merkmale eines Objektes abgebildet. Ihr konzeptueller Zusammenhang ergibt sich durch ein möglichst gering abstrahiertes „Aufrissbild“.

4.4.2 Metaphorische Bildszenen

Bildszenen sind schon in  Kap. 4.1.1 vorgestellt worden (vgl. Weidenmann 1994a). Zur Differenzierung von metaphorischen Bildszenen sind die dort vorgenommenen Unterscheidungen allerdings nur bedingt geeignet. Metaphorische Szenerien müssen in zweierlei Hinsicht gedeutet werden. Zum einen müssen abgebildete Objekte oder Sachverhalte als Metaphernszenen in ihren  Detailbedeutungen sowie in ihrer zusammengefassten Gesamtbedeutung erkannt werden. Zum anderen müssen aus diesen Metaphernszenen metaphorische Bedeutungen abgeleitet und sprachlich oder bildlich vorgestellt werden. Dabei können in einer Metaphernszene abgebildete Detailbedeutungen zur konstruktiven Zusammenschau einer Gesamtbedeutung führen, wie etwa die unterschiedlichen „Funktionen einer Schiffsmannschaft“ als Metaphernszene für die „Aufgabenverteilung in einem Staat“.  Ein wichtige Einschränkung für die angemessene Wahrnehmung von Metaphernszenen ergibt sich aus deren bildlichen Komplexität, das heißt, dem daraus resultierenden gedanklichen Aufwand für die Deutung des metaphorischen Zusammenhangs. Insgesamt bedeutet dies, dass sich einerseits durch die Zunahme von Details in einer Metaphernszene auch eine zunehmende Differenzierung der repräsentierten Inhalte ergibt und zum anderen, da die Details einzelnd erkannt und metaphorisch im Gesamtzusammenhang bestimmt werden müssen, sich eine zunehmende Unsicherheit in der Metapherndeutung ergeben kann. Das wichtigste Merkmal einer „Bildszene“ ist ihre bildliche Komplexität. Aus dieser Komplexität resultiert häufig ein erheblicher Aufwand für  die Deutung von metaphorischen Zusammenhängen.

Der Inhalt einer Metaphernszene in „Objektklassen“, „Sachverhalt mit statischen“ und „Sachverhalt mit prozessualen“ Eigenschaften differenziert werden.

Zur Differenzierung der Komplexität von Metaphernszenen kann deren Inhalt zum Beispiel formal in die Kategorien „Gegenstand, Objekt“, „statischer Sachverhalt “ und „prozessualer Sachverhalt“ unterschieden werden. Der Sinn einer solchen Unterscheidung liegt in der Möglichkeit, das Ausmaß der Sicherheit in der Ableitung von metaphorischen Bedeutungen abschätzen zu können. Diese Abschätzung stützt sich auf die generelle „Interpretationsoffenheit“ von Bildern, die sich vermutlich mit zunehmender Komplexität des angebotenen bildlichen Szenarium verstärkt. Da insgesamt der Bereich „metaphorischer Bildszenen“ sehr umfangreich und breitgefächert ist und sich (bild-) wissenschaftlich nur begrenzt beschreiben lässt, werden im Folgenden zwei ausgewählte Aspekte dieser Thematik vor dem Hintergrund ihrer kartographischen Relevanz weitergehend diskutiert. Zur Differenzierung der Komplexität von Metaphernszenen kann deren Inhalt in die Kategorien „Objektklasse“, „Statischer Sachverhalt “ und „prozessualer Sachverhalt“ unterschieden werden.

 

Der erste Aspekt betrifft die gestalterischen Mittel und Verfahren, die zur Herstellung von Bildszenen zur Verfügung stehen und die heute so umfangreich und unübersichtlich sind, dass es kaum möglich erscheint, dazu ausreichend nachvollziehbare und allgemeingültige Regeln zu formulieren. Für bildliche Metaphern im Bereich der Didaktik führen beispielsweise Heinz et al. (2015) an, dass aus ihren Ausführungen „substantielle Empfehlungen für gestalterische Arbeiten“ im Rahmen des „Kommunikations- und Informationsdesign“ abgeleitet werden können, welche zur „Gestaltung zukünftiger Lehr- und Lernressourcen“ dienen können. Oder nach Krug (2002) wird im Zusammenhang mit der Konzeption eines „Metapherneditors“ für den Bereich der Informatik deutlich darauf hingewiesen, dass die metaphorische Bedeutungsableitung besonders auch von der „Gestaltung der bildlichen Metaphern“ abhängig ist, das heißt damit von der „Darstellungskunst und dem metaphorischen Wissen beeinflusst wird“. Es wird also betont, dass nicht nur im Bereich der Darstellenden Kunst die Metapherndeutung stark von dem jeweiligen Kunstwerk abhängig ist, sondern dass auch in „nichtkünstlerischen“ Bereichen eine „gestalterische Qualität“ gefragt ist und sich diese in der Praxis häufig individuell unterscheidet. Bei bildlichen Metaphern muss also davon ausgegangen werden, dass jede Szene sich als ein Unikat repräsentiert und immer nur die Wirkung dieses Bildes individuell beschreibbar ist, woraus folgt, dass auch dieses Bild nur allein, dass heißt nicht vergleichbar mit anderen Bildern, in seiner Wirkung empirisch überprüft werden kann. Der erste Aspekt betrifft die gestalterischen Mittel und Verfahren, die zur Herstellung von Bildszenen zur Verfügung stehen und die heute so umfangreich und unübersichtlich sind, dass es nicht möglich erscheint, dazu ausreichend nachvollziehbare und allgemeingültige Regeln zu formulieren.

Bei bildlichen Metaphern gilt immer nur die Wirkung des jeweiligen Bildes, wobei sich auch nur dieses Bild in seiner Wirkung empirisch überprüfen lässt.

Der zweite Aspekt betrifft die Situation, dass es sich bei einem Metaphernbild nicht um eine „neutrale“ Bildszene handelt, die für sich erkannt und gedeutet werden soll, sondern darum, dass aus der Bildszene zusätzlich die metaphorische Struktur des repräsentierten Begriffs oder Sachverhalts abgeleitet werden muss. Damit kommen den „einzelnen Elementen“, ihren „Verknüpfungen“ und gegebenenfalls der „Gesamtgestalt“ eine über die abgebildete Struktur hinausgehende Bedeutungen zu. Der damit verbundene gedankliche Strukturierungsprozess wird quasi von der eigentlichen Bedeutungsebene zusätzlich auf eine zweite gedanklich Ebene übertragen. Dadurch vergrößern sich die visuell-gedanklichen Interpretationsmöglichkeiten, woraus sich eine größere Unsicherheit in der metaphorischen Deutung ergeben kann. Im Gegensatz zur sprachlichen Metaphorik, bei der symbolisch und konventionell auf die relativ geregelte Sprache zurückgegriffen wird, trifft dies bei bildlichen Metaphern nur eingeschränkt zu. Insgesamt kann konstatiert werden, dass bei bildlichen Metaphernszenen der Spielraum der Konzeptualisierung relativ groß und damit aber auch fehleranfällig ist. Dies kann zu neuem Wissen, aber auch zu Irrtümern oder zu vollständigen Fehlinterpretationen führen. Der zweite Aspekt betrifft die Situation, dass bei bildlichen Metaphernszenen der Spielraum der Konzeptualisierung relativ groß und damit auch fehleranfällig ist. Dies kann zu neuem Wissen, aber auch zu Irrtümern oder sogar zu vollständigen Fehlinterpretationen führen.