B 4.2 Argumente

4.2 Bilder als Argumente

Die vier genannten „Bildformen“ nach Bernd Weidenmann (1994a) sind auch heute noch wichtige Beispiele für bildlich-graphische Präsentationen. In der entsprechenden Veröffentlichung sind zur Funktion, Wirkung und zum Gebrauch von Bildern verschiedene Theorien und Prozesse aus den Sprachwissenschaften (Linguistik) aufgeführt und in der Regel unmittelbar zur Erläuterung der jeweiligen Bildformen übernommen worden. Dabei kommt den Begriffsfeldern „Bilder als Argumente“ und „Bilder als Metaphern“ ein besonderer Stellenwert zu. Für Fragestellungen der Kartographie ist es sinnvoll, diese zwei Theorieansätze durch das Begriffsfeld der „Spur“ oder „Spurensuche“ – als dritten Ansatz – zu ergänzen bzw. zu erweitern. Spurensuche ist eine aus der Transformationsgrammatik abgeleitete „Kulturtechnik des Lesens“ (vgl. z.B. Borchardt 1999; Krämer 2008). Insgesamt werden die drei Ansätze vor allem in den Medien- und Sprachwissenschaften  diskutiert und sind auch in der Kartographie, im Zusammenhang mit der Parallelität oder Verwandtschaft von Sprache (Text) und georäumlicher Abbildung (Karte), thematisiert worden (vgl. z.B. Pravda 1984; Nohr 2002; Krämer 2007). „Bilder als Argumente“ und „Bilder als Metaphern“ kommt ein besonderer Stellenwert zu. Für Fragestellungen der Kartographie werden diese Bereiche durch das Begriffsfeld der „Spur“ oder „Spurensuche“ ergänzt.
Bei Weidenmann (1994b) wird mehrfach betont und ausgeführt, dass informierende Bilder als „visuelle Argumente“ aufzufassen seien. Dahinter steht vermutlich die theoretische Überlegung, dass Bilder entsprechend „sprachlicher“ Argumente wirken können und ihnen damit bestimmte semantische Funktionen oder thematische Rollen zukommen. Der Begriff „Argument“ wird in unterschiedlichen Zusammenhängen gebraucht, Wie beispielweise Bilder entsprechen „sprachlichen“ Argumenten. Ihnen kommen bestimmte semantische Funktionen oder thematische Rollen zu.
  • in der Logik: verschiedene Beweisformen für eine Behauptung wie z. B. argumentum a priori – Beweis mittels rein logischer Gründe, argumentum a posteriori – Beweis aufgrund von Erfahrung;
  • in den Sprachwissenschaften: ein semantisches Konzept, das ein Prädikat in einer sog. Prädikat-Argument-Struktur (Proposition) mit sich führt;:
  • in den Kommunikationswissenschaften: erklärende Informationseinheiten, die z. B. im Rahmen von Dialogen ausgetauscht werden (Bollmann 2002m).
Argumente

Logik: verschiedene Beweisformen für eine Behauptung,

Sprachwissenschaften: ein semantisches Konzept, das ein Prädikat mit sich führt,

Kommunikationswissenschaften: erklärende Informationseinheit.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht repräsentieren Argumente, denen „Propositionen“ (Inhalte) zukommen, semantische Strukturen, die relativ einfach in Satzstrukturen überführt werden können. In der linguistischen Grammatik wird die Struktur von Argumenten u.a. durch sogenannte „Agens“ oder als „Theta-Rolle“ bzw. „semantische Rolle“ dargestellt. Im Mittelpunkt steht dabei nach Bußmann (2002) die Absicht, eine bestimmte Rolle des Handelns durch ein Argument auszudrücken bzw. im Sinn der Grammatik „die Bedeutung eines Prädikats in einem Satz zu vervollständigen“. Merkmale von Rollen und die Art und Weise des „Involviertseins“ sind beispielsweise etwas bewusst oder willkürlich zu tun, das Handeln zielgerichtet auszurichten, eine bestimmte Veränderung zu erreichen sowie eine aktive Verantwortlichkeit mit dem Handeln zu verbinden. In der linguistischen Grammatik wird die Struktur von Argumenten durch „Agens“ oder als „Theta-Rolle“ bzw. „semantische Rolle“ dargestellt. Im Mittelpunkt steht die Absicht, eine bestimmte Rolle des Handelns durch ein Argument auszudrücken bzw. im Sinn der Grammatik, die Bedeutung eines Prädikats in einem Satz zu vervollständigen.
Da bildlichen Argumenten, nach Weidenmann (1994a), nicht die strenge Form von logischen Schlüssen zukommt, liegt die Vermutung nahe, dass ihr theoretischer Hintergrund aus der „allgemeinen Sprachanwendung“ entlehnt ist. In der Sprachtheorie (Linguistik) ist ein „Prädikat“ (in der deutschen Sprache in der Regel ein “Verb“) ein sogenannter „ungesättigter Ausdruck“, der sich erst mit Argumenten verbinden muss, um dadurch eine Aussage  zu bilden, dem eine „gewisse Wahrheit“ („Konsens“; vgl. Gloy 2004) zukommen kann. So kann beispielhaft das Verb gehen als ein Prädikat gehen’ dargestellt werden und mit dem Ausdruck Sophie verbunden werden. Daraus wird die Aussage gehen’ (Sophie) gebildet, die durch den Satz „Sophie geht“ repräsentiert wird. Durch die Verbindung des Prädikats mit seinem Argument ändert sich seine logische Zuordnung und führt von einem „ungesättigten“ zu einem „gesättigten“ Ausdruck und damit  zur Struktur von „Argumenten“. In der Linguistik ist ein „Prädikat“ ein ungesättigter Ausdruck, der sich erst mit Argumenten verbinden muss, um dadurch eine Aussage  zu bilden, der eine „gewisse Wahrheit“ zukommt.
Danach ist in dem obigen Beispiel „Sophie geht“, das Substantiv „Sophie“ ein syntaktisches Argument des Verbs „gehen“, das auch als grammatische Ergänzung bezeichnet wird. Durch die Hinzufügung dieses Ausdrucks zum Verb wird die sogenannte Valenz des Verbs abgebaut. Unter dem Begriff Valenz wird in der Linguistik verstanden, dass Wörter die Eigenschaft haben, andere Wörter an sich zu binden (Kessel et al. 2005). Für Valenz wird „Wertigkeit“, „Gewichtigkeit“ (Soziologie) und „Eindrucksstärke“ (Psychologie) genannt (Lexikon der Psychologie 2008). Nach Kurt Lewin (1969) wird eine positive. bzw. negative Valenz im Zusammenhang mit einem „Aufforderungscharakter“ unterschieden. In der Linguistik oder den Sprachwissenschaften kommen u.a. die Begriffe „Transitivität“ (Eigenschaft eines Verbs) und „Regens“ für die Eigenschaft von Valenz vor (sog. „Reaktionsbeziehung“). Diese Begrifflichkeiten zeigen, dass dem Argument in verschiedenen Wissenschaften, vor allem der Linguistik, ein breiter Diskussionsraum zukommt. Insgesamt und vereinfacht dargestellt besteht der Zusammenhang zwischen den Begriffen „Argument“ und „Valenz“ erst einmal darin, dass  ein Verb oder ein Satz durch die Erfüllung der anhaftenden Valenz zu einem gesättigten Ausdruck wird und damit über „argumentative Eigenschaft“ verfügt. Unter Valenz wird in der Linguistik verstanden, dass Wörter die Eigenschaft haben, andere Wörter an sich zu binden. Valenz wird im Zusammenhang mit „Wertigkeit“, „Gewichtigkeit“ (Soziologie) und „Eindrucksstärke“ (Psychologie) genannt.

Der Zusammenhang zwischen „Argument“ und „Valenz“ besteht darin, dass  ein Verb oder ein Satz durch die Erfüllung der anhaftenden Valenz zu einem gesättigten Ausdruck wird und damit über „argumentative Eigenschaft“ verfügt.

Für bildliche Argumente stellt sich im Folgenden die Frage, was eigentlich „argumentative Eigenschaften“ sein können und wie sie sich beim Gebrauch von Bildern zeigen bzw. welche Funktionen sie für die Wissensgewinnung haben. Zunächst wird in der aktuellen Literatur grundsätzlich vorausgesetzt, dass die Bedeutung eines Bildes nicht nur im Bild selbst liegt, sondern im Kontext ihres Gebrauchs zu sehen sind, d.h. der Prozess der Wahrnehmung und die Person des Betrachtens berücksichtigt werden müssen. Zur weiteren Analyse des „Bildverstehens“ schreibt Sigrid Weigel in der Einleitung ihres Buches „Grammatologie der Bilder“ (2015): Im „weiten Feld der gegenwärtigen disziplinübergreifenden, mit großem Enthusiasmus betriebenen Bildwissenschaften, [sind] deren Publikationen kaum mehr zu überblicken“. Danach sind nicht nur die unterschiedlichen Theorieansätze dieser noch jungen Disziplin zu berücksichtigen, sondern es ist gleichfalls zu berücksichtigen, wie diese einzuordnen sind, ob sie beispielsweise vor allem philosophisch, kultur-, kunst- und sprachwissenschaftlich oder aber zeichentheoretisch, psychologisch, pädagogisch und evtl. von der Mathematik und der Informatik beeinflusst sind sowie gegebenenfalls von allen diesen Disziplinen gemeinsam. Sigrid Weigel (2015): Im „weiten Feld der gegenwärtigen disziplinübergreifenden mit großem Enthusiasmus betriebenen Bildwissenschaften, [sind] deren Publikationen kaum mehr zu überblicken“.
Aus den Bildwissenschaften (Medienwissenschaften?) wird beispielsweise angemerkt, dass die Bedeutung für die Visualisierung und für „visuelle Argumente“ zum einen im Gespräch, im erörternden und im schlussfolgernden („diskursiven“)  Austausch und zum anderen im Prozess der „Wissensgewinnung“ liegt. Nach Mersch (2006, S 96f) arbeiten die „diskursiven Verfahrensweisen“ an der Hervorbringung und Überprüfung von Wahrheitsansprüchen, während den „Bildprozessen“ die „Produktion von Evidenz“, also die Erreichung des Erkennbaren, zufällt. Allerdings würde es sich dabei um sich widersprechende („disparate“) visuelle Strategien handeln, die eigentlich nur wenig Gemeinsames aufweisen. Sie lassen sich aber mindestens in zwei grundlegende Verfahrensklassen einteilen (S.97): Im Bereich der Bildwissenschaften wird angemerkt, dass die Bedeutung für „visuelle Argumente“ im Gespräch, im erörternden und im schlussfolgernden Austausch und im Prozess der Wissensgewinnung liegt.
  • Erstens in Darstellungsweisen, deren wesentliche Funktion die indirekte Kenntnisnahme und Wissensvermittlung (“Zeugenschaft“) ist und die das „Visuelle als Beleg“ verwenden sowie
  • zweitens in solche, die das Wissen auf abstrakten zeichenhaften Bezugssystemen („Tableaus“) (Graczyk 2004, S.14) anordnen oder es aufgrund einer zugrunde liegenden Datenmenge in „berechenbare Figuren“ verwandeln.
Die erste Darstellungsweise ist auf eine Sache bezogen („referenziell“), das heißt, sie gibt einen Hinweis auf einen bekannten Sachverhalt („Existensbeweis“) und legt einen Bedeutungshintergrund („Spur“) oder eine Marke („Abdruck“) fest, während letztere Darstellungsweise einen kontinuierlichen Wechsel von Wahrnehmung und gedanklicher Verarbeitung erfordert („diagrammatisch“ ist) oder einer Schreibweise entspricht („graphematisch“), wobei das Format ein Schriftzug („Skriptur“) oder eine Zeichnung ist, die konstruiert werden muss („konstruktiver Status“). Die erste Darstellungsweise ist auf einen bekannten Sachverhalt bezogen und legt eine Bedeutung fest.

Die zweite erfordert einen kontinuierlichen Wechsel von Wahrnehmung und gedanklicher Verarbeitung.

Diese medien- und bildtheoretischen Differenzierungen ergänzen und erweitern die bei Weidenmann (1994a, S. 22) vorgenommene zeichentheoretische und psychologische Unterscheidung von argumentativen Merkmalen bei Diagrammen („logische Bilder“) und auch bei Karten („schematische Bilder“).  Außerdem kommt den beiden „Darstellungsweisen“ inzwischen im Zusammenhang mit der Abbildung von „wissenschaftlichen Sachverhalten“ ein zunehmender Stellenwert zu. Gleiches gilt für den Begriff der „Spur“ –  oder wie er von Gerhard Hard (1995) für die Geographie als „Spurenlesen“ thematisiert wird – denen u.a. die Eigenschaft des „argumentativen“ zugeordnet werden kann. Den beiden „Darstellungsweisen“ kommt im Zusammenhang mit der Abbildung von „wissenschaftlichen Sachverhalten“ ein zunehmender Stellenwert zu.
Die zum „Argument“ bzw. „visuellen Argument“ genannten sprach- bzw. medientheoretischen Kriterien zielen noch nicht allein auf den Kern des Begriffs. In den zahlreichen Beiträgen (z.B. der Bildwissenschaften) wird überraschenderweise meistens auf die „strengen“ Definitionen der Logik bzw. der „Argumenttheorie“  verzichtet (vgl. z.B. Bayer 2007). Dies gilt gleichfalls für kognitionspsychologische Aspekte argumentativer Prozesse, deren Kenntnisse in diesem Zusammenhang sicherlich zur Deutung ihres gesellschaftlichen oder kulturellen Stellenwerts beitragen könnten. Die aus der Philosophie bekannte Einstellung, dass der „argumentative Wahrheitsgehalt“ von visuellen Präsentationen (Bildern) eher nicht gegeben ist, wird dies in vielen bildtheoretischen Beiträgen vorausgesetzt. Insofern kommt dem Beitrag von Nikola Mößner (2013) eine besondere Rolle zu, da sie in ihren Ausführungen die Struktur von „Argumentstrukturen“ der formalen Logik, der Aussagenlogik oder der Prädikatenlogik voranstellt. In den Bildwissenschaften wird bei „Argumenten“ meistens auf Definitionen der formalen Logik bzw. der „Argumenttheorie“ verzichtet. Dies gilt auch für die Kognitionspsychologie, deren Erkenntnisse sicherlich auch zur Deutung des gesellschaftlichen oder kulturellen Stellenwerts von argumentativen Prozessen beitragen könnten.
So wird in der Prädikatenlogik die „Gültigkeit“ von Argumenten untersucht (Wilhold 2014): „Argumente bestehen aus einer Schlussfolgerung oder Konklusion (Aussage, die durch das Argument gestützt wird) und … Prämissen (Aussagen, die zur Stützung der Konklusion angeführt werden)“ (S. 1). Argumente können „gültig“ und „schlüssig“ sein oder aber auch nicht, was vom Wahrheitsgehalt und von der Relevanz der Beziehungen zwischen Prämisse und Konklusion abhängig ist. Eine wichtige Voraussetzung, um Argumente entsprechend dieser und weiterer formaler Strukturen z.B. sprachlich zu kommunizieren, ist die Möglichkeit, Bedeutungen (den „propositioneller Gehalt“) von Prämissen und Konklusionen  eindeutig zu formulieren. Mößner (2013, S.36) führt dazu allerdings aus: „… inwiefern verfügen Bilder über einen solch präzisen propositionalen Gehalt? Wie können wir entscheiden, was genau mit einem Bild ausgedrückt werden soll?“ Bei bildlichen Argumenten fehlt also in den meisten Fällen die Möglichkeit, Sachverhalte eindeutig abzubilden bzw. dieses visuell nachzuvollziehen. Gleichfalls bestehen Schwierigkeiten, Beziehungen („Referenzen“) zwischen Prämissen und Konklusion als bildliches Argument unmittelbar abzubilden, was dazu führt, dass aus Bildern keine eindeutigen „Schlussfolgerungen“ gezogen werden können. Natürlich hängt diese Aussage auch von der Darstellungsform der jeweiligen Bilder ab: „Gerade bei Bildern, die nicht dem diagrammatischen oder graphischen Zweig der Visualisierung zuzurechnen sind…“, erscheint eine eindeutige Darstellung von Argumentbeziehungen in der oben angedeuteten Form nur bedingt möglich zu sein (Mößner 2013, S. 38). Eine wichtige Voraussetzung, um mit Hilfe von Argumenten zu  kommunizieren, ist die Möglichkeit, Bedeutungen von Prämissen und Konklusionen eindeutig formulieren zu können.

Gleichfalls bestehen Schwierigkeiten, Beziehungen zwischen Prämisse und Konklusion als bildliches Argument unmittelbar abzubilden.

Diese Vermutung wird in den Bildwissenschaften und verwandten Disziplinen im Wesentlichen geteilt. Allerdings wird in der Linguistik bzw. Pädagogik schon seit langem mit den Begriffen „Inferenz“ und „Kohärenz“ gearbeitet (vgl. z.B. Schnotz 1994; Schnotz et al. 1997), wonach sich eine Schlussfolgerung oder Deutung eines Satzes nicht allein aus seiner wörtlichen Bedeutung erschließen muss, sondern dass zusätzlich der Bedeutungszusammenhang (die Kohärenz) des Satzes Verwendung findet (vgl. auch Kap. 5.4.7). Inferenz ist eine Schlussfolgerung, bei der bekannte Informationen, die einem Rezipienten als Kontext eines Satzes zur Verfügung stehen, zum Verständnis verwendet werden. Der Begriff „Kohärenzbildung“ ist ursprünglich im Bereich der Textanalyse entstanden, wird aber heute auch darüber hinaus u. a. in der Psycholinguistik und  der Medienpsychologie diskutiert (vgl. Linke et al 2004; Schwarz-Friesel et al. 2014; Krämer et al. 2016). Im engen Zusammenhang mit der Kohärenzbildung steht der Begriff „Präsupposition“ (lateinisch praesupponere, voraussetzen). Sie wird als „stillschweigende Voraussetzung“ gedeutet und meint „Hintergrundwissen“, das bei einem Zuhörer, Leser oder Wahrnehmenden (Rezipienten) eines Textes oder Bildes zu erwarten ist und das bei deren Deutung und Interpretation neben dem Inhalt verwendet wird (vgl. Jäger 2016). In der Linguistik und Pädagogik wird mit den Begriffen „Inferenz“ und „Kohärenz“ gearbeitet, wonach sich eine Schlussfolgerung oder Deutung eines Satzes nicht allein aus seiner wörtlichen Bedeutung erschließen muss, sondern dass zusätzlich der Bedeutungszusammenhang (die Kohärenz) des Satzes Verwendung findet.
Die dargestellten Funktionen von „bildlichen Argumenten“ zum Kommunizieren, Wissensgewinnen und Lernen bieten zum Teil die Möglichkeit, die aus den entsprechenden Disziplinen gewonnenen Erkenntnisse gegebenenfalls auf den Bereich „kartographische Visualisierung“ zu übertragen. Für die Kartographie ist dabei bedeutsam, dass mit dem Begriff „bildliche Argumente“ (Argumente mit Bildern) verbunden ist, dass visuell zu übermittelnde Informationen nicht nur als statische Einheiten zu verstehen sind, sondern dass diese, zum Beispiel im Rahmen eines Handlungskontextes, zu dynamischen Verarbeitungsprozessen anregen, in deren Rahmen eine vielseitige kognitive Auseinandersetzung mit der Bedeutung  des Dargestellten stattfindet. Bei einer solchen Verwendung sollten allerdings, wie schon oben ausgeführt wurde, die Voraussetzungen und Bedingungen von Wahrnehmungs- und Kommunikationsprozessen in der Kartographie mit denen in der visuellen Bildverarbeitung verglichen werden. Es ist anzumerken, dass die skizzierten Themen der Bildwissenschaften, die auch in den nächsten Kapiteln dieser Arbeit noch weiter verfolgt werden, schon seit mindestens der 1990er Jahre im Ansatz und später vertieft im Rahmen der Kartographie und der Geographie thematisiert werden. Mit dem Begriff „bildliche Argumente“ ist verbunden, dass visuell zu übermittelnde Informationen nicht nur als statische Einheiten zu verstehen sind, sondern dass diese, zum Beispiel im Rahmen eines Handlungskontextes, zu dynamischen Verarbeitungsprozessen anregen. Dabb findet in deren Rahmen eine vielseitige kognitive Auseinandersetzung mit der Bedeutung  des Dargestellten statt.